Abbildung aktuelles Wetter in Theley/Tholey

Was ist Klima – und was ist der Unterschied zum Wetter?

Das Thema Klimaschutz ist in aller Munde, aber was bedeutet es eigentlich genau und warum ist es so wichtig für unsere Zukunft? Wir erklären's dir! Oft werden die Begriffe Wetter und Klima verwechselt oder synonym verwendet. Sie beschreiben aber unterschiedliche Dinge:

Wetter

Das Wetter beschreibt den aktuellen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dazu gehören Temperatur, Niederschlag, Windstärke und Sonnenscheindauer. Es ist kurzfristig und ändert sich ständig. Beispiel: Heute regnet es in Sankt Wendel.

Klima

Das Klima ist der durchschnittliche Zustand des Wetters über einen längeren Zeitraum (meist 30 Jahre) in einer bestimmten Region. Es ist die Statistik des Wetters und gibt an, welche Wetterbedingungen typisch sind. Beispiel: Das Klima in Deutschland ist gemäßigt.

Kurz gesagt

Wetter ist, was du bekommst - Klima ist, was du erwartest.

Warum müssen wir das Klima schützen?

Der Begriff Klimaschutz bezeichnet alle Maßnahmen, die darauf abzielen, der globalen Erwärmung entgegenzuwirken und die damit verbundenen negativen Folgen für Mensch und Natur zu mindern.

1. Der Mensch beeinflusst das Klima: Die Erde hat natürliche Temperaturschwankungen, aber seit Beginn der Industrialisierung heizt sich unser Planet deutlich schneller auf. Der Hauptgrund dafür ist der starke Anstieg von Treibhausgasen (wie Kohlendioxid, ) in der Atmosphäre. Diese entstehen vor allem durch das Verbrennen von fossilen Energieträgern (Kohle, Öl, Gas) zur Stromerzeugung, im Verkehr und in der Industrie.

2. Der Treibhauseffekt: Diese Gase wirken wie das Glasdach eines Gewächshauses: Sie lassen das Sonnenlicht herein, verhindern aber, dass die abgestrahlte Wärme der Erde vollständig ins All entweicht. Dieser natürliche Treibhauseffekt hält die Erde bewohnbar. Doch durch die zusätzlichen menschgemachten Emissionen wird es zu warm.

3. Die Folgen der Klimakrise: Eine steigende Durchschnittstemperatur von nur wenigen Grad hat massive Auswirkungen weltweit:

  • Häufigere und extremere Wetterereignisse: Stärkere Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen und Stürme.
  • Anstieg des Meeresspiegels: Schmelzende Gletscher und Eisschilde lassen den Meeresspiegel steigen, was Küstenregionen und Inselstaaten bedroht.
  • Bedrohung der Artenvielfalt: Viele Tier- und Pflanzenarten können sich nicht schnell genug an die veränderten Bedingungen anpassen.
  • Wasser- und Nahrungsmittelknappheit: Dürren und veränderte Niederschläge erschweren die Landwirtschaft.

Was können wir tun?

Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle betrifft. Die wichtigsten Schritte sind:

  1. Energiewende: Umstellung von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien (Solar, Wind, Wasser, Geothermie)
  2. Energieeffizienz: Weniger Energie verbrauchen (z.B. durch bessere Dämmung, effizientere Geräte).
  3. Nachhaltiger Verkehr: Umstieg auf Elektromobilität, Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und des Fahrradfahrens.
  4. Verantwortungsvoller Konsum: Regionale und saisonale Produkte, Müll reduzieren.

Der global voranschreitende Klimawandel und unsere bisherige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen macht deutlich, dass wir uns in Zukunft verstärkt mit den Möglichkeiten der eigenen Energieerzeugung in der Region beschäftigen müssen. 

Der Landkreis Sankt Wendel macht das bereits seit 2010.

Seither sieht er seine Klimaschutzaktivitäten als Bestandteil einer nachhaltigen Regionalentwicklung.

Die Grundidee und Strategie der Klimaschutzinitiative des Landkreises Sankt Wendel sowie der angehörigen Gemeinden und der Kreisstadt St. Wendel liegt in der Kooperation und intensiven Vernetzung zahlreicher Akteure und Akteursgruppen aus den unterschiedlichsten Institutionen/ Organisationen – von der Politik, den Unternehmen, Investoren, Energieversorgern bis hin zu den Bürgerinnen und Bürgern des Kreisgebietes. 

Dabei wird die Entwicklung der inzwischen bundesweit bekannten und ausgezeichneten Klimaschutzinitiative im Landkreis Sankt Wendel von vielen Akteuren mit zahlreichen Projekten in unterschiedlichen Bereichen vorangetrieben, um das Sankt Wendeler Land zukünftig CO2-neutral zu gestalten.

  • Der Landkreis St. Wendel wird als Gewinner beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2020“ ausgezeichnet.
  • Die Auszeichnung erhielt der Landkreis für den großflächigen Probeanbau der „Durchwachsenen Silphie“.
  • Der Wettbewerb wird vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik ausgeschrieben.

  • Start des Projekts zur Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes und des Maßnahmenkataloges, um neue Schwerpunktthemen im Rahmen der Klimaschutzinitiative aufzunehmen.
  • Der Landkreis St. Wendel wird Neumitglied im bundesweiten „Arbeitskreis Kommunaler Klimaschutz“. Damit vertritt er die Städte, Gemeinden und Landkreise auf Bundesebene und trägt zur politischen Meinungsbildung bei.

  • Der Landkreis St. Wendel ist im IkoNE-Netzwerk der Nationalparkregion vertreten, das den Aufbau und die dauerhafte Verankerung eines Energie- und Klimaschutzmanagements in der Region verfolgt und den Ausbau erneuerbarer Energieträger fördern will.
  • Offizieller Start des „Kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk im Landkreis St. Wendel“.
  • Dieses vom Bund geförderte Netzwerk hat das Ziel, durch dauerhafte Effizienzmaßnahmen Energieeinsparungen für die Kommunen zu generieren.

  • Neue Beteiligungsmöglichkeiten der BürgerEnergieGenossenschaft eG (BEG) St. Wendeler Land an der Windenergie in der Region werden geschaffen.
  • Das Land(auf)Schwung Projekt „Durchwachsene Silphie“ der Fachgruppe Biomasse im ZEN startet erfolgreich in die Umsetzung. Das ZEN fungiert hierbei als Antragsteller und Abwicklungspartner.
  • Die Verbraucherzentrale des Saarlandes (VZ) tritt dem Zukunfts-Energie-Netzwerk (ZEN) bei und verlost gemeinsam mit ZEN Energieberatungen.

  • Das ZEN lädt alle weiterführenden Schulen zur Filmvorführung von „POWER TO CHANGE - Die EnergieRebellion“ ein, an der rund 150 Schüler teilnehmen.
  • Der Landkreis St. Wendel wird als Vorreiterkreis in das bundesweite Projekt „Landkreise in Führung!“ ausgewählt – unter anderem aufgrund der vorbildlichen kommunalen Zusammenarbeit.
  • Die Klimaschutzinitiative des Landkreises dient als Praxisbeispiel in der bundesweiten Veröffentlichung der Ergebnisse des Projektes „Interkommunale Kooperation als Schlüssel zur Energiewende“ und in der neuen Serie „Klimaschutz in Städten und Gemeinden“ im Umweltmagazin Saar.

  • Der Landkreis wird als erste Kommune im Saarland mit großem Medieninteresse als „Energie-Kommune“ durch die Agentur für Erneuerbare Energien ausgezeichnet.
  • Bioenergiedorfcoaching in den Nationalparkgemeinden Nohfelden und Nonnweiler.
  • Teilnahme am European Energy Award (EEA), einem internationalen Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren zur Erfassung und Bewertung der kommunalen Energie- und Klimaschutzaktivitäten.

  • Start der Kinderklimaschutzaktionen in Schulen (Aktion Fifty/Fifty), um Schüler für das Thema Gebäudeenergieeffizienz zu sensibilisieren und die Einsparungen hälftig zwischen Schulträger und Schule aufzuteilen.
  • Der Landkreis wird für das Forschungsvorhaben „Intra- und interkommunale Kooperation als Schlüssel zur Energiewende“ ausgewählt.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Die Aktion „Heizungspumpentausch“ sucht die älteste Heizungspumpe im Landkreis; der Gewinn ist der kostenlose Austausch gegen eine moderne Hocheffizienzpumpe.

  • Seit Januar 2013 beschäftigt der Landkreis St. Wendel als erster Kreis im Saarland einen Klimaschutzmanager.
  • Die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes steht seither im Mittelpunkt der Arbeiten.
  • Die BürgerEnergieGenossenschaft (BEG) stellt sich kreisweit auf und übernimmt die Rolle der BürgerEnergieGenossenschaft St. Wendeler Land.

  • Im September 2012 wird das Klimaschutzkonzept von Prof. Dr. Peter Heck der Öffentlichkeit vorgestellt und dient seither als Handlungsleitfaden.
  • Die Initiative gewinnt den Bundeswettbewerb Kommunaler Klimaschutz 2012. Die Jury hebt in ihrer Begründung insbesondere das umfassende Kooperationsnetzwerk hervor, das ideale Voraussetzungen für die Umsetzung schaffe.

  • Das Leitbild und die Ziele der Initiative werden mit allen Gemeinden und der Stadt St. Wendel diskutiert und einstimmig in den politischen Gremien beschlossen in Form einer Kooperationsvereinbarung.
  • Ein erster konkreter Schritt ist die Erstellung eines Solardachkatasters zur flächendeckenden Aufzeigung von Potenzialen für Solar- und Photovoltaikanlagen.
  • Im Oktober findet die Kick-Off-Veranstaltung zur Gründung des Zukunfts-Energie-Netzwerks (ZEN) statt.
  • Im Dezember wird die Energie-Projekt-Gesellschaft St. Wendeler Land mbH (EPG) gegründet.

  • Der Landkreis St. Wendel intensiviert seine Aktivitäten im Klimaschutz und in der regionalen Nachhaltigkeit.
  • Landrat Udo Recktenwald beruft die „Lenkungsgruppe Klimaschutz“ (LG), die seither die Initiative steuert.
  • Ein Beirat, bestehend aus dem Landrat und allen acht Bürgermeistern des Landkreises, wird etabliert, um die politische Verankerung und den Dialog zu sichern.

Unter dem Motto „FÜR UNS, FÜR DIE REGION; FÜR DIE ZUKUNFT – Mach mit!“, verfolgen wir dabei drei Ziele:

Klimaschutz - durch die Reduzierung von Treibhausgasemissionen

Regionale Wertschöpfung - durch einen „Ländlichen Energiemix“

Regionale Identität - durch besondere Berücksichtigung von Akzeptanz und Teilhabe durch die örtliche Bevölkerung.

Ansprechpartner

Michael Welter ist der Klimaschutzmanager des Landkreises.

Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Entwicklung und Fortschreibung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes
  • Initiierung, Steuerung und Überwachung konkreter Klimaschutz- und Regionalentwicklungsprojekte
  • Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien
  • Aufbau und Pflege eines lokalen und regionalen Netzwerks
  • Öffentlichkeitsarbeit & Sensibilisierung
  • Beratung der Bürgerinnen und Bürger

Er ist erreichbar unter
Telefon: 06851 801 4702
E-Mail: m.welter@lkwnd.de