Rückenwind für den Radverkehr
Koordinierungsstelle für den Fahrradverkehr im Landkreis Sankt Wendel
Das Sankt Wendeler Land ist längst als Ziel für Freizeitradlerinnen und -radler bekannt: Ein dichtes Netz aus Rad- und Wanderwegen macht die Region für Touristik & Freizeit Sankt Wendeler Land zu einem echten Aushängeschild. Künftig soll das Fahrrad aber nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Alltag eine größere Rolle spielen – als vollwertiges Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Mit dem Projekt „Koordinierungsstelle für den Fahrradverkehr im Landkreis Sankt Wendel“ schafft der Landkreis Sankt Wendel dafür die notwendigen Strukturen.
| Maßnahme von: | Landkreis Sankt Wendel |
| Förderung durch: | Europäische Union – LEADER-Programm (ELER), LAG KULanI Sankt Wendeler Land |
| Kooperationspartner: | Zukunfts-Energie-Netzwerk Sankt Wendeler Land e.V. (ZEN) |
| Regionaler Schwerpunkt: | Landkreis Sankt Wendel, Saarland |
| Ansprechpartnerin: | Anikka Schaadt, Radverkehrskoordinatorin (RDVK) |
Vom Freizeitweg zum Alltagsverkehrsmittel
Sichtbarstes Zeichen dieses Wandels ist der Bahnradweg Sankt Wendeler Land, der auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Freisen, Nohfelden und Nonnweiler verläuft. Er verfolgt einen doppelten Zweck: Schüler- und Pendelverkehr ebenso zu bedienen wie touristische Ausflüge – witterungsunabhängig und barrierefrei nutzbar. Damit leistet der Weg einen unmittelbaren Beitrag zur Mobilitäts- und Verkehrswende im Saarland.
Auch auf Landesebene tut sich einiges: 2025 wurde der Radverkehrsplan des Saarlandes fortgeschrieben, mit dem Ziel, ein flächendeckendes Radwegenetz zu schaffen, das neben dem touristischen vor allem den Alltagsradverkehr stärkt. Flankiert wird diese Entwicklung von der 2023 gegründeten Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen im Saarland (AGFK-SL), der inzwischen 37 Mitglieder aus Kreisen, Städten und Gemeinden angehören – seit 2025 auch der Landkreis Sankt Wendel.
Damit diese Ziele nicht auf dem Papier stehen bleiben, braucht es jemanden, der die vielen Akteure – den Kreis, acht Kommunen, Verbände und Vereine – zusammenbringt. Genau hier setzt die neu geschaffene Koordinierungsstelle für den Fahrradverkehr an.
Die neue Radverkehrskoordinatorin: Aufgaben und Rolle
Vom Freizeitweg zum Alltagsverkehrsmittel
Seit Februar 2026 hat der Landkreis Sankt Wendel mit Anikka Schaadt erstmals eine eigene Radverkehrskoordinatorin. Die LEADER-geförderte Teilzeitstelle wurde geschaffen, um die Verlagerung der Verkehrsgewohnheiten hin zum Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel zu unterstützen. Im Mittelpunkt steht die Netzwerkarbeit: gemeindeübergreifende Maßnahmen anstoßen, Kommunen bei der Umsetzung begleiten und sie aktiv mit Verbänden wie dem ADFC Saar und der AGFK-SL vernetzen.
Zu den konkreten Aufgaben zählen unter anderem:
- Unterstützung bestehender Radverkehrskonzepte der Kommunen bei Planung und Umsetzung
- Zentrale Informations- und Beratungsstelle für den Radverkehr im Landkreis, insbesondere zu Förderprogrammen für kommunale Maßnahmen
- Aktive Mitarbeit in der AGFK-SL, unter anderem im Arbeitskreis „Lösungen“ gemeinsam mit anderen saarländischen Kommunen und Landkreisen
- Organisation der jährlichen Aktion STADTRADELN gemeinsam mit den acht Kommunen des Landkreises sowie des parallelen Wettbewerbs SCHULRADELN
- Zusammenarbeit mit der ADFC-Ortsgruppe Sankt Wendel und Förderung ehrenamtlicher Strukturen bei der Planung neuer Radinfrastruktur
- Hinwirken auf das Siegel „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ im Sankt Wendeler Land, um Kommunen und Unternehmen zu zertifizieren
- Verknüpfung mit dem Smart-Cities-Team des Landkreises im Bereich Mobilität
- Fahrrad-Leasing-Angebot für Mitarbeitende des Landkreises
ZEN kooperiert mit der neuen Radverkehrskoordination
Die Aufgaben der Radverkehrskoordinatorin berühren an vielen Stellen die Ziele des Zukunfts-Energie-Netzwerks Sankt Wendeler Land. Denkbare Felder einer engeren Zusammenarbeit sind etwa die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit rund um Aktionstage wie STADTRADELN, die Einbindung des ZEN-Netzwerks bei der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an neuen Radinfrastrukturprojekten sowie der fachliche Austausch zu Förderprogrammen, die Mobilitäts- und Energiethemen miteinander verbinden.

